Holakratie – praktische Erfahrungen – eine Praxis des miteinander Arbeitens – eine Art Betriebssystem- effektivere Meetings – entspannteres Arbeiten – wesentliche Perspektiven integrieren – Prinzipien der dynamischen Steuerung – Paradigmenwechsel vom heldenhaften Leader zum führenden Zweck und Prozess – mehr mitgetragene Entscheidungen – Autokratie und Konsensdiktat – freie Entfaltung – Konsen(t)-Prinzip – Holarchie als natürlich akzeptierte Hierarchie – Gruppenintelligenz - Selbstorganisation und lernende Organisation- Ursprünge von Holakratie – Quellen – Zertifizierte Trainer – Lizenzpartner HolacracyOne – erfolgreiche Beispiele.

Holakratie – Wunderorganisation oder Utopie? 20 Argumente für ein vielversprechendes “Betriebssystem”!
“Unsere Erkenntnisse und Aussagen über die Wirkungen von Holakratie basieren aus direkten Erfahrungen. Wir haben Holakratie 2010 in einer gemeinnützigen Organisation als Experiment eingeführt und seit Anfang 2011 etabliert. Wir haben verschiedene Module von Holakratie in einem deutschen Chemieunternehmen eingeführt und schließlich arbeiten wir selbst als Unternehmensberaterteam holakratisch.”
In Kürze: mehr Sinn, mehr Erfolg, mehr Freude, mehr Engagement, mehr Kundennähe, mehr Realität, mehr Transparenz, mehr Entfaltung, mehr Disziplin, mehr Freiheit, mehr Wertschätzung , mehr Explizität – weniger Druck, weniger Einsamkeit, weniger persönliche Befindlichkeiten, weniger Willkür, weniger Missgunst, weniger Machtspiele, weniger Sexismus, weniger Burnout, weniger Implizität.
“Nach etwa 2 Jahren eigener Praxis kann ich folgende Auswirkungen konkret beschreiben”:
- Unsere Meetings sind effektiver und effizienter (sowohl zeitlich als inhaltlich)
- Die Teilnehmer sind entspannter und zufriedener
- Die Ergebnisse sind besser auf den Zweck des Unternehmens ausgerichtet und innovativer
- In Entscheidungen sind mehr und alle wesentlichen Perspektiven einbezogen
- Einwände sind in der Regel vollständig in Vorschläge und Lösungen integriert
- Das Prinzip „funktionierende, nicht bestmögliche Lösung“ macht uns schneller, und Perfektionismus lähmt uns nicht mehr so stark
- Mehr Entscheidungen werden von allen gerne mitgetragen
- Wir überreden und überzeugen andere weniger, und haben mehr gemeinsame Einsichten und Erkenntnisse
- Der persönlich Erfolgsdruck in einer leitenden Funktion ist deutlich geringer geworden
10. Das Gefühl von Erfüllung und Sinnhaftigkeit wurde zu einem Dauerzustand
11. Das Gefühl von Orientierungslosigkeit ist deutlich seltener aufgetreten
12. Ohnmachtsgefühle angesichts überfordernder Komplexität sind deutlich seltener aufgetreten
13. Der Druck wegen versprochener Erledigungen ist enorm zurückgegangen
14. Das Gefühl kreativer und selbstverantwortlicher Freiheit ist gestiegen
15. Mehr Klarheit über Rollen und Zuständigkeiten hat gebundene Energie befreit
16. Das Prinzip der Änderbarkeit jeder Entscheidung hat den Druck verringert
17. Ohne über Werte und Tugenden wie Respekt, Fairness, Würde, Ehrlichkeit, Wahrhaftigkeit etc. zu sprechen, werden sie durch die gemeinsame Einhaltung der Regeln gelebt.
18. Unsere Gruppenintelligenz und Kreativität hat sich besser entfaltet
19. Die kontinuierliche Anpassung der Strukturen wirkt entspannend
20. Individualität und Kollektiv haben sich gleichermaßen besser entfaltet
Was ist Holakratie aus der Perspektive eines Organisationsentwicklers?
Holakratie ist eine Praxis des miteinander Arbeitens – eine Art Betriebssystem. Es sorgt über verschiedene Meeting-Formate für eine bessere Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit. Es ermöglicht eine zielorientierte Steuerung durch die dynamische Verarbeitung von entscheidungsrelevanten Informationen und die Integration verschiedenster Perspektiven. Der Mensch mit seinen Fähigkeiten bekommt in jeder Rolle seine maximale Wirkung und Würdigung in Richtung des Zwecks und der Ziele des Unternehmens. Ein Kern von Holakratie ist das Konsentprinzip, der „Integrative Entscheidungsprozess“. Hier werden die verschiedensten Perspektiven der Mitarbeiter und Führungskräfte integriert zu bestmöglichen Antworten auf die Herausforderungen der Kunden, Märkte oder internen Organisationsnotwendigkeiten. In der Grundstruktur gibt es keine alleinherrschenden Führungskr.fte mehr, sondern Rollen und Zuständigkeiten, die durch alle Mitglieder eines Bereichs, bzw. Kreises in sogenannten Steuerungsmeetings definiert werden. Sowohl die Rollen als auch deren Besetzung bleiben nicht statisch, sondern werden der jeweiligen Wirklichkeit angepasst.
Holakratie beinhaltet eine natürliche Hierarchie, eine „Holarchie“, die wir in den Systemen der Natur haben: – ein Atom ist Teil des Moleküls, ist Teil der Zelle, ist Teil des Organs, ist Teil des Körpers, usw. Es gibt einfach ausgedrückt jeweils gleichzeitige Verbindungen vom unteren zum höheren Kreis und vom höheren zum niedrigeren Kreis. Dadurch wird sichergestellt, dass jeder Kreis – so wie ein Organ im Körper – sich an seinem Zweck ausgerichtet optimal selbst organisieren kann. Durch die Prinzipien dynamischer Steuerung ist eine bestmögliche kontinuierliche Anpassung des Systems auf Veränderungen in der Umwelt oder Innenwelt garantiert.
FAZIT: Holakratie erschließt sich nur durch Erfahrung und Anwendung. Alle Erklärungsversuche greifen zu kurz. Vergleichbar damit ist eine Beschreibung von Meditation – man kann sie anleiten, muss sie aber selbst erfahren.
Was ist Holakratie aus der Sicht einer Führungskraft, eines Unternehmers?
Wie bringe ich ein Unternehmen oder eine Organisation zur besseren Entfaltung des Zwecks? Wie lösen wir die teilweise unmenschliche Herausforderung „Alles im Blick haben zu wollen“ und immer die richtige Entscheidung treffen zu sollen? Als Unternehmer, Geschäftsführerin, als Manager sehen wir uns in der Regel in einer Rolle, in der wir mehr Verantwortung tragen müssen als wir Kontrolle oder Gewissheit über alle Einflussfaktoren haben oder überhaupt alle relevanten Informationen haben. Die einsame Entscheidung und Verantwortung ist uns in der Regel gut vertraut und kennzeichnet unser Bild von der „heldenhaften Führungspersönlichkeit“. Erfolg und Misserfolg hängen an einer Person! Muss das so sein? Was wäre, wenn die kollektive Intelligenz der Firma, der Abteilung, des Teams mehr tragen würde, wenn die „gute Idee“ jedes Einzelnen es systematisch schafft, etwas im Unternehmen im Sinne des Zwecks, des Kunden zu verbessern – ohne, dass jemand aus emotionalen Befindlichkeiten, persönlichen politischen oder unbewussten Gründen dies verhindert? Wer hat’s gemacht – der Chef oder die Organisation als solche? Das berührt unser Ego, unser Selbstverständnis und vermutlich die größten Potentiale der Entwicklung und des Wachstums für das Unternehmen!
Was kann Holakratie für mich persönlich bedeuten?
Als Mensch kann ich mich für die Aufgabe der Organisation wirksamer einsetzen und gleichzeitig damit vollständiger Entfalten – das führt insgesamt zu mehr Entspannung, Freude und Erfolg sowohl für das Unternehmen als auch für die Gesellschaft und für mich selbst!
Wie wir zu Holakratie kamen
Auf der Suche nach besseren Antworten auf die Herausforderungen von Zweckausrichtung, Führung, Autorität und Partizipation sind wir 2007 auf Holakratie aufmerksam geworden. Sie hat europäische Wurzeln in der „Soziokratie“ (Frankreich 1886 / Holland 1938) und in den USA mit „Holacracy“ (B. Robertson/T. Thomison/ 2006). Wir betrachten Holakratie als einen Quantensprung in der Steuerung (Governance) von Unternehmen und Non-Profit-Organisationen. In unserer Beratungsorganisation sind einige der ersten ausgebildeten und zertifizierten Holakratietrainer in Deutschland. Wir bilden ein wachsendes Qualitäts-Netzwerk mit den Pionieren in den USA und in Europa. Die eigenen Erfahrungen von 2 Jahren konsequenter Steuerung unserer Beratertätigkeit, dem Aufbau einer gemeinnützigen Organisation (Integrales Zentrum Möhnesee gGmbH / Dortmund 2009) und der Einführung von holakratischen Prinzipien in einem deutschen Chemieunternehmen (DGW/ Dortmund 2010) bringen wir für unsere Kunden mit. Wir fühlen uns hohen Qualitätsstandards und gemeinsamem Lernen und Erfahrungsaustausch verpflichtet, weil wir glauben, dass Holakratie das Potential besitzt, einen Paradigmenwechsel hin zu Conscious Business, einer gesunden und menschengerechten Wirtschaft und Gesellschaft zu fördern. (Text: Dr. Andreas Gutjahr)
Bilder-Quelle: HolacracyOne 2010, www.holacracy.org
Literatur: “Anders wirtschaften – was Erfolgreiche besser machen“- Jens Hollmann/Katharina Daniels, Gabler 2011, darin der Artikel: Holacracy: Jenseits von Autokratie und der Tyrannei des Konsens”- Ein Paradigmenwechsel für Organisation im 21.Jahrhundert (Dennis Wittrock)
Weitere Artikel:
“Holakratie – integrale Organisation”, Dr. Elke Fein, IFIS Freiburg 2009
“Die Seele der Organisation befreien” – Ein Interview mit Brian Robertson von HolacracyOne, 2010
Informationen in Englischer Sprache: HolacracyOne, Texte, Videos, Webinars, Workshops, Zertifizierung für Trainer, Learning Community auf www.holacracy.org

